Landesgartenschau Öhringen 2016. Der Limes blüht auf in Hohenlohe

Der Limes in Szene

Die Sichtachse zwischen den geplanten Aussichtsbauwerken wird durch ein 7 m breites Landschaftsband in Szene gesetzt. Es besteht aus vorwiegend rotlaubigen und rotblühenden Pflanzen, die den linearen Verlauf im Gelände gleichsam "markieren". Trotz dieser Signalwirkung wird das Band in die Landschaft eingepasst. Es wird weder die Topographie beeinflusst, noch die Ohrn in ihrem Verlauf gestört. Das Band wird durch zahlreiche Wege gequert. An diesen Stellen ist die Pflanzung eher intensiv und kleinteilig. Diese Intensität nimmt zur offenen Landschaft hin immer weiter ab. Trittplatten aus rostendem Stahl markieren das Band entlang der westlichen Grenze. Farbe und Material stehen sinnbildlich für die Zeit der Römer. Der rostende Stahl findet sich auch im Zusammenhang mit kleinen Platzaufweitungen im Wegenetz wieder. Das Material dient hier der Verblendung von kleinen Stützmauern, die die Plätze im Hangbereich abfangen.

 

Der Limes als rotes Band

Zentraler Außenbereich

Eine sanfte Topographie, Streuobstwiesen und von Hecken gesäumte Gräben prägen den Bereich. Es ist ein nahezu idealtypisches Landschaftsbild, das es zu erhalten gilt. Der Entwurf respektiert das Gelände und nimmt sich gestalterisch zurück. Dort wo Wege und Plätze zu ergänzen sind, werden sie behutsam in das Gelände eingepasst. Durch die Umwandlung von landwirtschaftlich genutzten Flächen entsteht Raum für eine extensive Parklandschaft. Die an das Ufer angrenzenden Parzellen werden in großzügige Auenbereiche umgewandelt. 

 

Der entwurfliche Schwerpunkt in der Cappelaue wird durch den Obergermanisch-Raetischen Limes vorgegeben. Ein schnurgerader Teilabschnitt quert das Gelände. Die geplanten Limes-Aussichtsplattformen definieren eine Sichtachse im Gelände. Diese wird durch ein Band rotlaubiger Pflanzen dauerhaft im Gelände markiert. Das Motto der Gartenschau bleibt auch nach 2016 ablesbar.

Uferrandstreifen

Das Flussbett der Ohrn ist in diesen Abschnitt in einem weitgehend natürlichen Zustand, so dass hier nur kleinere Einzelmaßnahmen vorgesehen sind. Der Ufersaum wird zu beiden Seiten etwa 10 m ausgeweitet, um das Biotop nachhaltig zu sichern. Als Initial ist die Pflanzung von typischen Erlenbruchgehölzen geplant.

Cappelaue-Nord

Die Fläche nördlich der Ohrnschleife wird stark durch den Verkehr auf der Haller Straße beeinträchtigt. Durch die höher gelegene Fahrbahntrasse ist der Verkehr optisch stets präsent. Eine Überarbeitung des Hangprofils sorgt für die Einbindung des heute sehr technisch anmutenden Straßenbanketts. Der Hang wird mit Gehölzreihen überstellt. Ein neuer Weg entlang der unteren Hangkante stärkt die Verbindung zwischen Innenstadt und S-Bahn. Ein weiterer Weg führt von der vorhandenen Ohrnquerung in Richtung Osten zur neuen Brücke sowie zum Anschluss an den vorhandenen Uferweg. Die Reitplätze werden in dem Zusammenhang neu geordnet. Der östliche Platz wird auf die gegenüber liegende Seite auf das Grundstück des Reitvereins verlagert. 

 

Die ehemaligen Ackerflächen werden in extensive Parkwiesen umgewandelt. Östlich des Ströllerbachs wird ein 20x45 m großes befestigtes Spielfeld verortet, das für vielfältige Nutzungen und Sportarten wie Rollkunstlauf, Streetball oder Streetsoccer oder auch als Fläche für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung steht. 

Cappelaue-Süd

Die Maßnahmen im Ohrnumfeld dienen der Entwicklung naturnaher Auenwiesen. Eine großzügige Vertiefung des Geländes schafft zusätzlichen Retentionsraum und bietet den Lebensraum für standorttypische Pflanzengesellschaften. Der aus südlicher Richtung kommende Feldweg wird bis in die Ohrnschleife verlängert und im Bereich der Vertiefung als Steg ausgeführt. Die Parknutzung südlich der Ohrn konzentriert sich auf einem zentralen Spielbereich. Dieser wird östlich neben dem Limesband am Weg verortet. 

 

Spielplatzthema ist der Limes und seine Baukonstruktion. In der Struktur der geradlinigen Holzstelen und den zwei Aussichtstürmen lassen sich abwechslungsreiche Spielangebote wie Kletternetze, Rutschen, Seile, Schaukeln und vieles mehr verorten.