Landesgartenschau Öhringen 2016. Der Limes blüht auf in Hohenlohe

Nachhaltige Stadtentwicklung

An einer historischen Grenze ist ein fröhlicher, farbenprächtig blühender Ort der Begegnung entstanden. Diesem Anspruch hat sich die Stadt Öhringen für die Landesgartenschau 2016 verpflichtet, denn das Motto lautet „Der Limes blüht auf“. Jede Gartenschaustadt stellt Besonderes vor und in der einstigen hohenlohischen Residenzstadt ist es eben der Obergermanisch-Rätischer Limes (UNESCO Weltkulturerbe), der direkt im Ausstellungsbereich verläuft sowie ein barocker Hofgarten vor mittelalterlicher Stadtkulisse. 

Drei Kernbereiche in einer rund 30 Hektar große Ausstellungsfläche wollen erkundet werden: der über 300 Jahre alten Hofgarten, der flussnahen Cappelrain als natürliche Verbindung entlang der Ohrn und die weiträumige Cappelaue mit dem denkmalgeschützten Hofgut Cappel. Das neue Ausflugsziel Öhringen liegt mitten im charmanten Hohenlohekreis, im nördlichen Baden-Württemberg.    

Der Hofgarten ist seit jeher die grüne Oase für die Öhringer Bevölkerung. Er diente den Bewohnern des Öhringer Schlosses ursprünglich als Küchengarten. Hier mussten die Landschaftsarchitekten von RMP Stephan Lenzen bei ihrem Entwurf ganz besonders auf den zeitgemäßen Umgang mit dem historischen Erbe achten. Doch seit der Eröffnung können es alle Besucher sehen: die Parkanlagen erleben eine neue Blütezeit. Teile des Parks wurden nach alten Plänen rekonstruiert, das großzügige Rasenparterre erneuert sowie klare Wegeachsen angelegt. Die in die Jahre gekommenen Baumalleen wurden  ausgelichtet und junge Säulenhainbuchen bilden nun ein anmutiges Spalier, durch die es sich herrlich flanieren lässt. „Das barocke Flair zwischen Öhringer Schloss und Hoftheater ist durch die Landesgartenschau wieder ganz neu zur Geltung gekomment“, sind sich die Landesgartenschau-Geschäftsführer Erich Herrmann und Anette Stoll-Zeitler sicher. 

Neues Tiergehege lockt Familien an.
Renaturierung der Ohrn: Naturstrand.
Sanierung des Hofgartens ist gelungen.
Kletterturm als junge Attraktion.

Neue Schleife am Fluss 

Die Renaturierung der Ohrn war eine der Kernaufgaben in Öhringen. Die Maßnahmen für den Hochwasserschutz haben sich vor allem bei den Unwettern im Frühjahr 2016 schon bewährt. Der Fluss hat am Cappelrain eine neue Schleife erhalten und die Ufer wurden abgeflacht. Hierbei stand der Naturschutz und der Gedanke, die Ohrn erlebbar zu machen, im Vordergrund.

Nur wenige Schritte davon entfernt ist ein Platz mit jungem, modernem und zugleich naturnahem Flair entstanden. Hauptattraktion ist dort der Kletterturm, das  Bürgerprojekt des Freundeskreises der Landesgartenschau.  Betreiber ist der DAV Heilbronn. Der nahe Landkreispavillon wird später Jugendhaus sein, deshalb liegt auch der neue Skatplatz direkt daneben. Jugendliche sollen sich während und nach der Gartenschau auf dem Gelände wohl fühlen, ob beim Chillen am Fluss oder aktiv auf Boards und Inlinern.

Nur ein paar hundert Meter davon entfernt liegt die Cappelaue, der dritte Geländeteil der Öhringer Landesgartenschau. Die überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden Stück für Stück zu einem Ort der Erholung umgewandelt. Ein moderner Landschaftspark mit Spazierwegen, Abenteuerspielplatz und ökologisch wertvollen Grünflächen steht Gästen und später den Bürgern offen. Hier ist auch die beeindruckende Limeshecke zu finden. Hier ist das Motto ganz lebendig: „Der Limes blüht auf“. Das UNESO Welterbe verlief bislang unsichtbar im Boden der Cappelaue. Doch jetzt inszenieren rotlaubige Gehölze ein deutlich sichtbares Pflanzenband. Dazwischen laden Spielelemente zu Interaktionen ein. Römerkohorten von Schülerhand geschaffen sorgt für weitere Blickpunkte. Die Lust auf neue Begegnungen mit und in der Natur darf hier ausgelebt werden.

Weiter geht es dann in die Gärten der Hohenloher Kulturlandschaft. Hier zeigt sich dieses schöne Fleckchen Erde in seiner ganzen kulturellen Vielfalt: Flusslandschaft, Weinberge, Viehweiden und Obstbaumwiesen. Nach der Gartenschau bleibt ein großes stadtnahes Erholungsgebiet. 

Erstmals zugänglich: Hofgut Cappel

Einen weiteren Höhepunkt bietet das denkmalgeschützte  Hofgut Cappel, welches das barocke Pendant zum Hofgarten darstellt. Das stilvolle Anwesen aus dem 19. Jahrhundert ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Architektonischer Höhepunkt ist die sanierte Terrassenanlage mit ihrem ovalen Wasserbassin: Ein glänzender Spiegel mit einem blütengesäumten Rahmen. Der Sommer ist da und das Hofgut lockt mit seinen Gärten im Landhausstil. Es gib viel zu sehen: Rosenterrassen, Dahlienbeete, Stauden- und Gehölzgärten sowie eine wunderschöne und sehr kunstvoll angelegte Ausstellung der Friedhofsgärtner und Steinmetze. Am Info-Pavillon warten die Gärtner mit Tipps, Vorträgen und Führungen. Ein Blick ins Tagesprogramm lohnt sich.